Tischtennis Fieber greift um sich – und am zweiten Tag des Wiener Tischtennis Cups 2025 verwandelte sich die Lugner City in eine pulsierende Sportarena. Wenn Einkaufszentren plötzlich zu Schauplätzen für spannungsgeladene Ballwechsel werden, entstehen Geschichten, die weit über Wien hinaus begeistern. Die Stiegenaufgänge wurden zu Tribünen, das Atrium zum Centercourt. Zwischen Mode‑Boutiquen, duftenden Cafés und hunderten Besucherinnen und Besuchern ragten drei Tischtennistische wie Bühneninseln empor – bereit für mitreißende Duelle, spontane Mitmach‑Runden und emotionale Momente, wie sie nur eine offene Tischtennis‑Gemeinschaft schreibt.
Schon ab 11 Uhr war die Luft elektrisch geladen. Wer vorbeiging, hörte das unverkennbare Ping Pong der Plastikbälle, vernahm das Lachen neugieriger Kinder und das erwartungsvolle Raunen erfahrener Hobby‑Spielerinnen und -Spieler. Ohne Anmeldeformular und Eintrittskarte griffen Dutzende Besucher:innen und Stammgäste der Lugner City zum Schläger. „Diese Vielfalt und das harmonische Miteinander sind der Kern unseres Konzepts“, betonte Michael Mader, Obmann von Tischtennis Hobby Wien. Weil der Andrang so groß war, entschied das Veranstalter‑Team kurzerhand, eine offene Qualifikation auszurufen. Und siehe da: F. Huemer und Lin nutzten ihre Chance, spielten sich bis in den Hauptbewerb und mischten später sogar ganz oben mit.
Um Punkt 14 Uhr erlosch das Murmeln, denn jetzt begann das 7. Event der äußerst erfolgreichen Turnierserie. 32 Spielerinnen und Spieler aus sämtlichen Bezirken der Hauptstadt – von Floridsdorf bis Liesing – betraten den Centercourt. Das Niveau übertraf sogar den Vortag, und jede Ballberührung hallte durch die gläsernen Galerien. Wer gerade nicht direkt an der Bande stand, sah von den Stiegen oder den oberen Stockwerken auf die Matches hinab – eine moderne, vertikale Arena. Auf der Videowall flimmerten zeitgleich Informationen zu Wiener Tischtennis‑Hotspots im 15. Bezirk und Highlights der bisherigen Cup‑Historie. Die Kombination aus Live‑Sport und Storytelling machte den Tag zu einem Erlebnis, das man eben nicht beim Scrollen im Internet, sondern nur vor Ort spüren kann.
Nach intensiven Vorrundenpartien kristallisierte sich das Favoritenfeld heraus – doch der Cup hielt Überraschungen bereit. B. Ruprechtshofer schickte zunächst den Vortagessieger M. Riglthaler sowie den Gesamtführenden M. Ponjarac nach Hause und avancierte damit zur Heldin des Tages. Erst im Halbfinale war Schluss, aber die Standing Ovations nahmen kein Ende. Am Ende setzte sich K. Becker im Finale gegen Qualifikant F. Huemer durch, Li Lai Ao erkämpfte Platz 3. Für Huemer war es eine kleine Sensationsstory: Vom spontanen Teilnehmer zum Finalisten in nur wenigen Stunden – solche Erfolge zeigt eben nur ein offenes Format ohne starre Verbandsstrukturen.
„Diese Begeisterung aller Teilnehmenden ist unser Motor“, sagte Turnierleiter Michael Mader in seiner Schlussansprache. Er dankte der Lugner City, die nicht nur drei Tischtennistische aufstellte, sondern ihr gesamtes Ambiente zur Verfügung stellte, Moderator G. Herzog, der jede Rallye mit Expertise begleitete, sowie Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht, der großzügig Pokale spendete. Ebenso unverzichtbar: die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die Netzspannung kontrollierten, Spielpläne aushingen und Besucherinnen zum Mitmachen motivierten.
Der zweite Tag bestätigte eindrucksvoll, was Tischtennis Hobby Wien seit 2020 vorlebt: Wer Lust auf Tischtennis hat, soll ohne Mitgliedsbeitrag und ohne Leistungsdruck spielen können. Aktuell zählt die Gemeinschaft über 1 200 Hobby‑Spielende in ganz Wien – vom Studierenden bis zur Pensionist:in, von der Anfänger:in bis zum routinierten Penholder‑Virtuosen. Das Motto lautet: „Tischtennis in Wien neu erleben“ – draußen wie drinnen, generationenübergreifend und jederzeit willkommen.
Wer den Flair dieses Sports selbst schmecken möchte, findet die nächsten Termine auf den Social‑Media‑Kanälen des Vereins. Nach dem Indoor‑Spektakel in der Lugner City zieht der Cup weiter: Donaustadt wird als nächster Schauplatz fixiert, diesmal wieder unter freiem Himmel auf einem öffentlichen Tischtennisplatz. Dort, wo Windböen spektakuläre Spins bremsen und Passanten spontan als Zuschauer aufspringen, wird die Serie fortgesetzt – authentisch, urban, das begeistert.
Diese Idee des Wiener Tischtennis Cups endet nicht mit der Siegerehrung. Sie beginnt dort, wo neue Freundschaften und damit neue Tischtennis Begegnungen entstehen, Bezirke zusammenrücken und brachliegende Tische in Parks zu Treffpunkten werden. Die Lugner City hat gezeigt, dass Tischtennis jede Grenze zwischen Publikum und Akteur einreißen kann. Am 28. Juni 2025 wurde ein Einkaufszentrum zur Arena; wer weiß, welche Location als Nächstes zum Schauplatz dieses Tischtennis‑Cups wird?
Die Reise geht weiter, und jeder kann Teil dieser Geschichte sein.
Mehr Eindrücke und Highlights zum Event bietet der Beitrag auf meinBezirk.at.
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